Weltweites Bauen

Was verdienen eigentlich Bauleiter?

Kathrin Ivens
Kathrin Ivens
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Du arbeitest als Bauleiter und fragst dich, ob du verdienst, was dir zusteht? Oder du überlegst, ob eine Karriere als Bauleiter für dich ein lohnenswerter Schritt ist? Dann lies gern unseren Artikel. Wir haben dir die entscheidenden Faktoren zusammengestellt, die dein Gehalt beeinflussen und nennen die konkreten Zahlen.

Halt stopp: Bevor wir in die Zahlen einsteigen, weißt du eigentlich, was zu den täglichen Aufgaben eines Bauleiters gehört? Wenn nicht, wirf doch nochmal einen Blick in diesen Artikel: Bauleiter-Aufgaben.

Und nicht vergessen, mit großer Macht kommt auch große Verantwortung. Hier haben wir für dich zusammengestellt, wofür ein Bauleiter haftet: Haftung eines Bauleiters.

Nun aber zurück zum Verdienst von Bauleitern. Sie sind unersetzbar auf den Baustellen. Dank ihnen läuft es rund. Oder halt eben auch nicht, denn die Zahl der offenen Stellen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Aber um es andersrum auszurücken: Deine Chancen, um als Bauleiter durchzustarten, standen nie besser. Machst du das, kannst mit einem durchschnittlichen Gehalt von etwa 60.300 Euro im Jahr rechnen. Die Spanne liegt dabei bei rund 51.000 Euro am unteren und 72.000 Euro am oberen Ende.

Erfahrung zahlt sich aus

Wie in eigentlich allen Jobs hat auch in der Bauleitung die Erfahrung den größten Einfluss auf das Gehalt. Als Einsteiger kann man aber guten Gewissens etwas zwischen 46.000 und 66.000 Euro/Jahr fordern. Die Spanne ist immens. Hier kommt es auf viele unterschiedliche Faktoren an.

Über alle Bundesländer hinweg kann man aber von folgender Größenordnung ausgehen:

  • 3 Jahre Berufserfahrung: Das Gehalt liegt zwischen 48.000 und 70.000 Euro.
  • 5 Jahre Berufserfahrung: Das Gehalt liegt zwischen 51.000 und 72.000 Euro.
  • 10 Jahre Berufserfahrung: Das Gehalt liegt zwischen 60.500 und 86.000 Euro.

Die Einteilung nach Jahren der Berufserfahrung ist transparent und verständlich. Ein wenig schwammiger wird es dann bei diesen Kategorien:

  • Junior Bauleiter: 46.300 und 66.000 Euro, der Durchschnitt liegt bei 56.150 Euro.
  • Bauleiter mit Berufserfahrung: 54.100 und 75.400 Euro, der Durchschnitt liegt bei 64.750 Euro.
  • Senior Bauleiter: 61.900 und 84.700 Euro, der Durchschnitt liegt bei 73.300 Euro.

Diese Einteilung fügt sich gut zu den nach Jahren möglichen Gehältern ein, die wir oben beschrieben haben. Wie viel ihr schlussendlich verdient, hängt dann auch von euren Verhandlungen ab. Wir hoffen, dass unsere Hinweise euch helfen, ein realistisches Gehalt zu fordern.

Mehr Geld durch einen Uni-Abschluss?

Ob man durch ein Studium besser auf die Arbeit auf der Baustelle vorbereitet ist, sei mal dahingestellt. Klar ist aber, dass viele – und dabei gerade die großen Unternehmen – akademische Titel nutzen, um Gehaltssprünge nach oben zu machen. Wir haben euch die Stufen unten mal exemplarisch aufgeschrieben. Dann könnt ihr schauen, ob euer Gehalt zu eurer Ausbildung passt und gleichzeitig könnt ihr prüfen, ob sich der nächste Karriereschritt auch auf dem Konto bemerkbar machen würde.

  • Mit einer abgeschlossenen Ausbildung: 32.500 und 45.000 Euro, der Durchschnitt liegt bei 38.750 Euro.
  • Mit Bachelor: 44.000 und 62.000 Euro, der Durchschnitt liegt bei 53.000 Euro.
  • Mit Master: 48.500 und 69.000 Euro, der Durchschnitt liegt bei 58.700 Euro.
  • Mit Doktor (PHD): 53.000 und 75.600 Euro, der Durchschnitt liegt bei 64.300 Euro.

Mehr Geld durch einen Umzug?

Neben der Erfahrung und dem Abschluss kann auch ganz banal der Wohnort Auswirkungen auf das Gehalt haben. Welche Vorteile der Süden Deutschlands bietet, lest ihr hier: Bauleitergehalt in Bayern.

Aber natürlich haben wir auch hier die Gehaltsunterschiede für Bauleiter in allen Bundesländern zusammengestellt:

  • Baden-Württemberg: von 57.700 bis 80.000 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 67.400 Euro)
  • Bayern: von 67.400 bis 77.300 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 65.100 Euro)
  • Berlin: von 50.600 bis 71.300 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 59.900 Euro)
  • Brandenburg: von 48.400 bis 68.300 (Ø Einstiegsgehalt: 57.400 Euro)
  • Bremen: von 51.800 bis 72. 800 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 61.100 Euro)
  • Hamburg: von 52.600 bis 73.900 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 62100 Euro)
  • Hessen: von 55.700 bis 78.100 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 65.600 Euro)
  • Mecklenburg-Vorpommern: von 43.500 bis 61.000 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 51.300 Euro)
  • Niedersachsen: von 48.300 bis 67.800 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 57.000 Euro)
  • Nordrhein-Westfalen: von 51.500 bis 72.200 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 60.700 Euro)
  • Rheinland-Pfalz: von 49.500 bis 69.500 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 58.400 Euro)
  • Saarland: von 49.800 bis 69.800 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 58.700 Euro)
  • Sachsen: von 45.000 bis 63.100 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 53.000 Euro)
  • Sachsen-Anhalt: von 42.200 bis 59.200 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 49.800 Euro)
  • Schleswig-Holstein: von 49.500 bis 69.500 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 58.400 Euro)
  • Thüringen: von 42.700 bis 59.900 Euro (Ø Einstiegsgehalt: 50.400 Euro)

Mehr netto vom Brutto

Ob sich ein Umzug für ein besseres Gehalt lohnt, steht aber natürlich auf einer ganz anderen Seite. Denn in vielen Bundesländern, die sehr gut zahlen, sind auch die Lebenskosten höher. Darüber hinaus gibt es natürlich auch viele andere Möglichkeiten, wie euch euer Chef unterstützen kann, ohne das Gehalt zu erhöhen. Vielleicht könnt ihr als erstes nach einem Tank- oder Einkaufsgutschein fragen. Bis zu 50 Euro im Monat kann euer Arbeitgeber auch steuerfrei zur Verfügung stellen. Das bedeutet, er zahlt 50 Euro und ihr bekommt 50 Euro. Ihr spart eure Steuer und euer Chef die Lohnnebenkosten.

Daneben gibt es aber natürlich noch viele weitere Faktoren, die entscheiden, ob ihr an eurem Arbeitsplatz glücklich seid. Denn eins ist doch klar, die neuesten Maschinen und die besten Kollegen sind eh unbezahlbar.